Beschreibung
Nach der Wahl von Thaddeus „Thunderbolt“ Ross (Harrison Ford) zum US-Präsidenten gerät Sam Wilson (Anthony Mackie), seines Zeichens der neue Captain America – nachdem Steve Rogers (Chris Evans) in „Avengers: Endgame“ (2019) abdankte – unvermittelt in einen Konflikt, in dessen Zentrum ein globales Komplott steht: Dunkle Mächte im Hintergrund versuchen, die ganze Welt ins Chaos zu stürzen, vor allem durch den Verkauf gestohlenen Adamantiums (das Supermaterial, aus dem u. a. die Klauen von Wolverine bestehen).
Kern dieser Bedrohung ist die sogenannte Serpent Society, ein Schurkentrupp, den Fans aus den Comics kennen. Angeführt wird dieser vom sinistren Sidewinder (Giancarlo Esposito). Der bleibt aber nicht der einzige Ärger: Präsident Ross verwandelt sich auch, und zwar in den Red Hulk. Ein XXL-Gegner für einen Hero ohne echte Superkräfte, denn Sam Wilson ist im Grund genommen nur ein Normalo mit einem Fluganzug …
Rezension: Unsere Kritik zum Film
Disney und sein Superhelden-Satellit Marvel gehen endlich wieder mit Rückenwind in ein neues Kinojahr: 1,43 Milliarden Dollar spielte 2024 das ungleiche Duo „Deadpool & Wolverine“ ein – ein dringend nötiges Pflaster auf die schmerzhaften Wunden, welche die Flops des MCU-Jahrgangs 2023 („Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ und vor allem „The Marvels“) in die Marvel-Bilanzen gerissen hatten. Ein guter Zeitpunkt also, in Phase 5 des MCU-Multiversums ein neues Kapitel aufzuschlagen und die Geschichte von Captain America weiterzuerzählen. Des neuen Captain America wohlgemerkt, denn bekanntlich übergab der originale Cap (gespielt von Chris Evans) anno 2019 am Ende von Avengers: Endgame seinen legendären Schild an Sam Wilson (Anthony Mackie) alias The Falcon.
Eine Staffel lang in der Disney+-Serie „The Falcon and the Winter Soldier“ hatte Wilson Zeit, sich an Schild, Verantwortung und die neue Identität zu gewöhnen, obwohl er selbst über keine Superkräfte, sondern „nur“ über überlegene Ausrüstung verfügt.
Und wie sieht das jetzt bei seinem ersten offiziellen Captain-Einsatz in der Marvel-Filmwelt in „Captain America: Brave New World“ (2025) aus? Ein Cap ohne Superkräfte, Weltpolitik statt Weltenrettung und alte Figuren aus längst vergessenen MCU-Anfängen – die Action würde passen, aber alles ist kleiner, weniger charismatisch, weniger bombastisch. Viele Nachdrehs machen die Sache auch nicht größer. Ein nettes Mittelmaß – was für ein wieder stärkeres MCU zu wenig ist.
Für Anthony Mackie war es cool, einen solchen Helden zu spielen, denn „die Captain-America-Geschichten und -Filme sind erdiger und realistischer. Sam und sein Kumpel Joaquin sind dreidimensionale Alltagstypen. Ohne Superserum oder Superkräfte.“
Für den bereits 82-jährigen Harrison Ford (legendär als Indiana Jones in der gleichnamigen Filmreihe oder als Weltraumschmuggler Han Solo in der „Star Wars“-Saga), ist es die erste Berührung mit dem Marvel Cinematic Universe und er gibt sich nach eigenen Angaben freundlich neutral: „Ich habe ein paar Marvel-Filme gesehen, und viele Aspekte haben mir gefallen: Spannung, Unterhaltung, Spektakel und ungewöhnliche Charaktere in ungewöhnlichen Umständen. Also sehr interessant.“