Gleich zu Beginn wird’s hochdramatisch, als der blinde Anwalt Matt Murdock (Charlie Cox), seine Freundin Karen Page (Deborah Ann Woll) sowie Kumpel und Kanzleipartner Franklin „Foggy“ Nelson (Elden Henson) auf offener Straße von Benjamin Poindexter alias Bullseye überfallen werden. Nach einem brutalen Kampf kann Matt alias Daredevil den Angreifer zwar überwältigen, aber Foggy erliegt seinen Verletzungen. Es folgt ein Zeitsprung.
Matt beginnt wieder, als Anwalt zu arbeiten – der Kontakt zu Karen ist abgebrochen. Da taucht in New York ausgerechnet der einstige Capo Wilson Fisk alias Kingpin (Vincent D’Onofrio) wieder auf, gibt sich geläutert – und kandidiert für das Amt des Bürgermeisters.
Angesichts ihrer gemeinsamen Vergangenheit ist Murdock skeptisch, aber nach Fisks Wahlsieg beschließen die zwei eine Art Waffenstillstand. Wie lange der wohl hält?
Die von Comic-Legende Stan Lee sowie den Zeichnern Bill Everett und Jack Kirby erdachte Superheldenfigur Daredevil hatte 1964 ihren ersten Auftritt in Marvels Kultcomic-Reihe Daredevil #1. In Hollywood blickt die Story um den blinden Anwalt Matt Murdock, der nachts als maskierter roter Teufelskerl die Unterwelt aufmischt, inzwischen auch schon auf eine bewegte Vergangenheit zurück.
Nach der mäßig erfolgreichen Kinoadaption „Daredevil“ (2003) mit Ben Affleck in der Titelrolle, veröffentlichte Netflix 2015 mit „Marvel’s Daredevil“ die erste von insgesamt vier Marvel-Serien – Charlie Cox gab darin den blinden Rächer.
Auf Druck von Disney musste der Streamer schließlich alle Marvel-Titel einstellen; zum Ärger zahlreicher Fans erfolgte 2018 also auch für „Marvel’s Daredevil“ nach nur drei Staffeln das Aus. Doch nach Charlie Cox’ Kurzauftritt als Matt Murdock in „Spider-Man: Far From Home“ (2019) begann die Gerüchteküche über ein mögliches Daredevil-Comeback zu brodeln.
Marvel-Studios-Chef Kevin Feige bestätigte Letzteres erst 2021. Nun geht mit Daredevil: Born Again bei Disney+ die von Fans ersehnte Sequelserie mit gleichem Cast endlich an den Start.
„Daredevil: Born Again“ markiert die 13. Marvel-Serie innerhalb des Marvel Cinematic Universe (MCU) – und enttäuscht nicht. Im Grunde ist auch diese „Daredevil“-Fortsetzung ein New-York-Gangsterdrama im Gewand einer Comic-Serie.
Fans der Vorgängerserie werden happy sein: Die Action fetzt, der Plot ist stark, dicht, fein agiert und wirkt wie großes Kino. Vor allem Charlie Cox und Vincent D’Onofrio bringen diese erfreuliche Neuauflage zum Strahlen!